• Sandro

Ermatingen – Idylle, Fachwerk und wilde Gärten am Bodensee


Hübsche historische Häuser mit Seeanstoss neben dem Ermatinger Hafen


Zweitgrösste Ortschaft am Untersee

Der Ober- und Untersee bilden zusammen mit dem Seerhein das Binnengewässer Bodensee. Während der Obersee mit seiner Grösse punkten kann, manchmal wie das Meer aussieht und grössere (touristische) Orte wie Meersburg, Konstanz, Kreuzlingen, Friedrichshafen, Insel Mainau, Insel Lindau, Bregenz, Rorschach und Romanshorn an seinem Ufer beherbergt, trumpft der Untersee mit kleinen historischen Orten, wilder Natur und schönen Aussichten auf. Wenn es um die hübschen Orte am Untersee geht, dann nimmt definitiv die Schweizer Seite den ersten Rang ein. Von Gottlieben bis Steckborn schmiegen sich etliche verträumte Ortschaften am Ufer entlang. Die Kette zieht sich aber noch weiter am Hochrhein entlang bis nach Stein am Rhein mit seinem gut erhaltenen Stadtkern, der weit über die Grenzen bekannt ist.


Die Gemeinde Ermatingen umfasst neben Ermatingen auch noch Triboltingen, das zwischen Gottlieben und Ermatingen liegt. Wenn man mit dem Auto von Kreuzlingen oder Konstanz herkommt, ist Ermatingen der erste Ort am Wasser, welcher man automatisch durchfährt und ein sehr ansprechendes Erscheinungsbild mit wilden Gärten und wundervollen Fachwerkhäusern hat.


Ein Boxenstopp während einer Bodensee-Tour

Wer gemächlicher unterwegs ist, also mit dem Fahrrad oder E-Bike, fährt auf einem Fahrradweg, der fast immer einen Blick auf das Wasser erlaubt. Und die schönste Seite von Ermatingen liegt auch da. Radler werden dementsprechend automatisch im Stadtkern anhalten. Dazu lädt auch die Stedi, der Hafen, welche zudem fast fertig renoviert ist, zum Verweilen ein.


Selbstverständlich muss das Schwäbische Meer, so wie der Bodensee unter Einheimischen auch genannt wird, nicht unbedingt in klassischer Weise, also mit dem Bike, besucht oder gar umrundet werden. In den warmen Monaten werden die Autoscheiben heruntergelassen, der Lieblingsmusikmix gestartet und losgedüst. Ein noch schönerer Feeling erlebt man am See im Cabrio und/oder einem älteren oder sogar historischen Wagen. Auf meinen Erkundungstouren bin ich in Ermatingen ab und zu schönen fotowürdigen motorisierten Fortbewergungsmitteln auf vier Rädern begegnet (siehe folgende Bilder).



Der Kontrast macht es aus: roter alter Flitzer vor modernen Häusern & menschlicher Fortschritt vor historischer und lieblicher Kulisse



Aber werden wir ein wenig konkreter. Was soll und kann man alles sehen und erleben in Ermatingen?

Hafengelände von Ermatingen


Stedi Ermatingen

Die Stedi, der Hafen von Ermatingen, ist sicherlich das Herz des Ortes. Denn irgendwie kommen da alle Gassen und Strassen zusammen. Wer mit dem Fahrrad oder Auto nach Ermatingen kommt, will ans Wasser und parkiert dementsprechend gleich da um die Ecke. Die Stedi bietet Sitzgelegenheiten, einen Pier für Passagierschiffe zum Anlegen, und logischerweise Plätze, um das eigene Boot unterzubringen oder zu dessen zeitlich begrenzten Parkieren. Von der Stedi hat man einen rund 270 Grad Rundumblick auf den Untersee, das Deutsche Ufer und bei guter Sicht auf die Berge. Als ich die Aufnahmen machte, hatte es noch reichlich Schnee in der Höhe. Deshalb ergaben sich tolle kontrastreiche Bilder.


Geheimtipp: Für Sonnenuntergang-Jäger gehört die Sicht aus Ermatingen (von der Stedi aus), auf die sinkende Sonne, zu den Schönsten am Bodensee. Vielleicht lässt sie sich nur noch vom Spektakel auf der Insel Reichenau entthronen.

=> Dazu gibt es bereits einen Eintrag: "Der vielleicht schönste Sonnenuntergang am Bodensee"

Hier scheint die Zeit stehengeblieben zu sein


Promenade und Verpflegung am Wasser

In der Nähe der Stedi gibt es ein paar Verpflegungsmöglichkeiten und eine wundervolle Promenade mit Fachwerkhäusern, sonstigen alten und hübschen Gebäuden sowie wilden Gärten, die gerade dann "erstrahlen", wenn sie in der Blüte stehen. Der Ort scheint aus der Zeit gefallen zu sein. Und die Gärten bestärken dieses Gefühlt, denn auf den ersten Blick wirken sie so, wie wenn ein Mönch oder Bauer vergangener Jahrhunderte am Werk war.


Auf dem ersten Bild der Slideshow ist das Restaurant Kronen zu sehen. Da ich zur Zeit der Aufnahmen (Frühling 21) nicht aus gastronomischen und touristischen Gründen über die Grenze durfte, habe ich mich wieder vermehrt dem Angebot am Schweizer Seeufer zugewandt. Ermatingen ist von Kreuzlingen weder mit dem Auto noch mit dem Bike sehr weit und deshalb für mich auch geeignet für einen kurzen Abstecher zum Essen. Die Krone hat nicht nur die Pole-Position, sondern befindet sich auch in einem schönen Gebäude und punktet mit einer Pergola im Freien. Einziger Nachteil an ihr ist, das man keinen freien Blick auf den Hafen und den See hat. Das Essen kann das aber wieder wettmachen. Der Fisch ist vorzüglich und deshalb nicht unverdient ausgezeichnet worden. Leider hinterliess der Service die letzten beiden Male ein negatives Bild. Am Telefon, bei der Ankunft und beim Bezahlen wurden wir hängengelassen. Wir waren aber kein Einzelfall. Von unserem Tisch an der Häuserwand (weitere zusätzliche Tische, um den Ansturm nach der Lockerung gerecht zu werden) aus, konnten wir anderen wartenden Gästen zusehen. Die Tischnachbarin sprach uns sogar zu diesem Problem an. Sehr schade. Wenn man aber ein wenig Geduld mitbringen kann, dann wird man, kulinarisch gesehen, sehr zufrieden sein. Das Lokal bietet aber auch eine Bar an, die draussen zwei Barhocker- und Stehtische hat.


Gleich um die Ecke findet man zudem einen Kiosk, um sich für die Weiterreise einzudecken. Ebenfalls an der Promenade liegt das Haus zum Schiff, das vom Hörensagen mit leckeren Mehrgang-Menüs, Gerichten für Allergiker aber auch Grillabenden für schöne Stunden sorgt. Das Lokal bietet auch Kulturabende und einen Philosophietreff an. Leider habe ich bis jetzt da noch nicht gegessen und kann dementsprechend keine Meinung abgeben.

Eine schöne Ecke, um sich an heissen Sommertagen zu erfrischen


Bade- und Chill-Ecke

Ermatingen hat eine Badi. Doch wenn man auf einer Tour ist und sich vielleicht nur kurz ausruhen und im See abkühlen möchte, dann ist dieser Platz wie dafür geschaffen. Bei hohem Wasserstand gelangt das Wasser bis an die Kaimauer. Doch meistens ist es so, dass wenn man die Treppe hinuntersteigt auf einen Sandabschnitt gelangt. Perfekt also für alle, die gerne ein paar Meter im Sand laufen möchten, oder nach dem Bad da lieber sich von der Sonne trocknen lassen, als auf der Wiese oberhalb. Auch ein Spielplatz ist da zu finden. Darüber werden sich die Kleinen sicher freuen.


Um dahin zu gelangen, musst Du einfach der "Untere Seestrasse" Richtung Salenstein folgen. Auf der linken Seite erscheint ein Fabrikgebäude und rechts befinden sich ein paar Parkplätze. Zudem steht da eine kleine Brücke, die man nicht übersehen kann (Siehe Bild 2).

Natur zum Kaufen für das Zuhause


Blumen und Kaffee

Gleich um die Ecke des kleinen "Parks am Wasser" liegt "Blumen & Kaffee – by Marianne": ein hübscher kleiner Deko- und Blumenladen, der auch Eis und Getränke verkauft.

Ehemals Treffpunkt von Persönlichkeiten


Hotel Adler

Das Gasthaus Adler ist eines der ältesten Unterkünfte des Kantons Thurgau. Bekannte Personen, die da verkehrten sind unteranderem: der Schweizer General Guisan, Louis Napoleon, französischer Staatspräsident und Kaiser, Alexandre Dumas, Graf Zeppelin, Hermann Hesse, Thomas Mann. Nebst seiner geschichtlich nicht unrelevanten Vergangenheit, hat das Hotel auch eine sehenswerte Fassade. Der Adler liegt an der Ecke Hauptstrasse/Fruthwilerstrasse unweit von "Blumen & Kaffee – by Marianne". In der näheren Umgebung liegen die Paritätische Kirche, "Wy & Kafi Mesmerhus" und die Bäckerei Walz

Hauptverkehrsader in Ermatingen


Vinorama Museum Ermatingen

Das stattliche Gebäude war einst Geschäfts- und Wohnsitz der Familie Ammann, welche Weinbau und Weinhandel betrieb. Seit 2003 ist es ein Museum, das sich der Geschichte des Weinbaus am Untersee, dem gesellschaftlichen und politischen Umbruch im 19. Jahrhundert sowie den mittelalterlichen Ereignissen am See widmet. Der aufgefrischte Rosenpark oder mancher Raum im Hause können auch für Veranstaltungen oder Meetings und Trauungen gebucht werden. Wie wäre es einfach einmal mit einer extravaganten Kaffeestunde im Empire-Salon (rotes Zimmer)? Mit dem noblen Zimmer erinnert das Museum an die engen Beziehungen zwischen der Familie Ammann und den napoleonischen Exilanten am Untersee.

Hübsche Plätze und ein schöner Aussichtspunkt


Verschiedenes

Ein bekannter Architekt aus Ermatingen, der für seine umwelt- und energiefreundlichen Bauten und Restaurationen immer wieder Auszeichnungen erhält, besitzt das ehemalige Mesmerhaus, das aus einem historischen und einem modernen Teil besteht. Im wundervollen kleinen Keller des Nullenergie-Baudenkmals betreibt ein Verein das "Wy & Kafi Mesmerhuus" (Wein und Kaffee), welches durch den Kontrast der alten Mauern und der eher modernen Einrichtung besticht.


Wenn man beim Hotel Adler hält, sieht man auf der gegenüberliegenden Seite die Paritätische Kirche St. Albin, welche eine friedliche Aura austrahlt. Wie der Name schon sagt, wird sie von diversen christlichen Konfessionen genutzt. Die Bausubstanz geht auf das 6. oder 7. Jahrhundert zurück.


Architektur- und Geschichtsfans werden gleichermassen auf ihre Kosten kommen. Es lohnt sich deshalb einfach herumzuschlendern, zwischendurch stehenzubleiben und die Häuserfassaden detaillierter zu begutachten. Ein Haus, das mir besonders gefällt, steht in der Nähe des weiter oben bechriebenen öffentlichen Erhol- und Badeplatzes. Wenn man auf der Wiese liegt und vom Wasser wegschaut, fällt einem der elegante, vor kürzerem frisch "aufgemotzte" Bau (Bild 2) auf.

Sind Dir Ermatingen oder der Untersee keine Fremdworte? Falls doch, würde es mich natürlich freuen, wenn der Eintrag Dein Interesse am Bodensee, und vorallem an dieser Ecke davon, geweckt hat. Über ein Feedback und auch weitere Anregungen freue ich mich ebenfalls.


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