• Sandro

Träumen in der Toskana Teil I - Florenz

Aktualisiert: Juli 5


Sicht aus dem Giardino di Boboli zur Abtei San Miniato al Monte

Kunst und grüne Hügel

Sanfte Hügel soweit das Auge reicht. Zypressen und Pinien bewegen sich zum Takt des Windes. Über dem Kopf hängt ein klarer blauer Himmel und rundherum warten, nebst wunderschöner Natur, einige der grössten Schätze der Welt entdeckt zu werden. Das ist die Toskana in wenigen Sätzen. Es aber bei so einer kurzen Beschreibung zu belassen, wäre eine Beleidigung. Denn jedes Dorf, jedes Gebäude, jede Statue und jedes Bild, in einem der zahlreichen Museen, hat eine Geschichte, die Seiten füllen kann. Um die Kraft und Magie der Kunst und Kultur zu spüren, reicht die Lektüre alleine nicht. Trotzdem versuche ich das Erlebte, so wieder zu geben, dass man sich ein wenig fühlt, wie wenn man im Traum dahin reist.

Fahrt nach Italien

01:50 Uhr zeigt die Uhr beim Aufstehen an. Der Bodensee lag unter einem nachtschwarzen Himmelstuch. Das ist normalerweise die Uhrzeit, bei welcher man in der Nacht auf Samstag langsam vom Ausgang heimkehrt. Aber nicht heute, denn es ist eine Reise in den Süden angesagt. Schon lange bin ich nicht mehr mit dem Auto nach Italien gefahren. Es fühlt sich wieder an, wie früher als kleines Kind, wo meine Eltern und ich, dies regelmässig machten. Alte Erinnerungen kommen auf und meine Vorfreude ist nicht mehr aufzuhalten. Ein weiteres Mal kann ich bestätigen, dass Vorfreude die schönste Freude ist. Sie ist ein Gefühl, das nicht von Mal zu Mal schwächer wird, sondern vor jeder einzelnen Reise gleich stark zurückkehrt.

Der Himmel ist nicht mehr ganz so schwarz wie noch vor einer Stunde. Man sieht viele Lichter an den grünen Hügeln rund um den Comersee und ich muss innerlich strahlen. Einer der ersten Höhepunkte für mich ist immer die Grenzüberquerung nach Italien. Ich bin zwar nicht da geboren, mein italienisches Blut lässt es aber immer wieder aufs Neue so anfühlen, als ob ich nach Hause kehren würde. Tausend Bilder, Gefühle und Erinnerungen schiessen durch meinen Kopf und erzeugen ein Feuerwerk der Emotionen. Endlich habe ich wieder Luft zum Atmen.

Ohne grossen Stau ging es an Mailand vorbei und zum Angriff des letzten Stücks. Halt! Da ist fast noch etwas untergegangen - Ein Stopp auf einer Raststätte. Das gehört für mich einfach zu einer Autoreise nach Italien dazu. Was versprüht schon mehr "Vorferien-Feeling" als das? Stimmst Du mir da zu? Ich zahle meinen Espresso und bestelle ihn an der Bar. Einen Schluck, einen Weiteren und noch einen. Hier und da in eine Diskussion hineinhören und dann darf es weitergehen.

Im zweiten Teil der Toskana reise geht es ins Hinterland

Florenz

Wenn man Florenz hört, denkt man automatisch an die Medici, Künstler wie Michelangelo oder das Universalgenie Leonardo da Vinci, grandiose Paläste und Museen von Weltrang. Aber erst wenn man da ist, spürt man die Aura all dieser Menschen, die die Stadt geprägt haben und versteht vollkommen das Gerede um die Stadt am Arno. Ob Kunstliebhaber, Geschichtsinteressierter, Flanierer, Italienfan oder Shoppingqueen/King, für jede Sparte ist das passende zu finden.​

Sicht von der Piazzale Michelangelo

Hotel Park Palace Firenze 4*

In der Stadt der Maler, Skulpteure, Architekten und noblen Herren gibt es einige gute Adressen um passend zu logieren. Die Auswahl ist gross und man könnte sich kaum entscheiden, wäre da nicht noch ein entscheidendes Kriterium - der Preis. Die bekannten Hotelketten und feinen Häuser der Stadt verlangen exorbitante Preise. An jedem Ort gibt es ein paar Hotels, die mit dem Sackgeld nicht zu bezahlen sind. In Florenz braucht man für sehr viele 4* und 5* Hotels einen Lastwagen voll mit Goldbarren, um eine Nacht bezahlen zu können. Aber wie schon gesagt, die Auswahl an Logiermöglichkeiten ist enorm. Darum sollte man dem Geschmack, Budget und vielleicht sogar dem Standort entsprechend etwas finden. Es dauert einfach ein wenig, alles Unbrauchbare auszusortieren.

Mit meiner Methode braucht man aber definitiv weniger lange ein passendes Hotel zu finden, als wenn man unkoordiniert an die Sache herangeht. Wenn Du den Ablauf meines Blogeintrages beherzigst, sparst Du viel Zeit, findest mit grösserer Wahrscheinlichkeit das Passende und kannst dazu noch an vielen Stellen sparen. Einfach auf den Link "In 4 Schritten lernen wie man Reisen richtig sucht, plant und bucht" klicken und danach Traumreise in aller Welt buchen.

Was Hotels betrifft, bin ich kritisch. Zwar habe ich kein Budget zum Verschleudern, aber es sollte trotzdem keine Absteige im Keller unten sein. Die Bleibe soll einen gewissen Charme ausstrahlen und zum Ort oder der Gegend passen. Das kann manchmal bei der Suche eine Herausforderung sein. Ich war zum Buchen nicht sehr spät, aber garantiert nicht früh. Mehr als 70 % der Unterkünfte (auf Booking.com) waren belegt. Trotzdem gab es immer noch eine grosse Auswahl. Nur war, für meinen Geschmack, bei den meisten Angeboten das Preis-Leistungsverhältnis sehr schlecht. Dann erblickte ich das Park Palace, mit nur noch einem freien Zimmer, und hätte fast "Juheeee" in die Nachbarschaft geschriehen.

Das Hotel Park Palace liegt nicht im Zentrum von Florenz. Das kann auf den ersten Blick ein negativer Punkt sein. Ich nenne es rückblickend einen Vorteil. Im Kuchen haben die Hotels öfters keinen Platz für (genügend) Autos und man muss in eine Tiefgarage ausweichen. Hier am Hang befinden sich fast nur ehrwürdige alte Villen mit viel Umschwung. Also ist Platz keine Mangelware. In den Hitzemonaten ist die Temperatur ein wenig niedriger als in den engen Gassen der Altstadt. Abwärts kommt man zu Fuss sehr gut. Gleich nebenan befindet sich die Via di S. Leonardo, die in der Nähe des Ponte Vecchio endet. Um wieder zum Hotel zu gelangen, gibt es, je nach dem wo man sich in der Stadt befindet, einen Bus, der neben dem Park Palace, auf der Piazzale Galileo, haltet. Die Fahrt schont nicht nur die Füsse nach einem langen Tag, sondern ist ebenfalls ein Erlebnis. Die geschwungene Strasse führt durch Baumalleen, aus Pinienbäumen, den Hang hinauf. Ob bei Tag oder Nacht im Schein der Laternen, es erinnerte mich stark an Orte am Meer. Nur die schweren alten Gebäude und der Name der Strasse, Viale Machiavelli, machten mir klar, wo ich mich befand. Neben dem Hotel kann man ebenfalls einsteigen, um zur Piazzale Michelangelo, mit seiner tollen Aussicht über Florenz, zu gelangen.

So wie die meisten Häuser am Hang, konnte auch das Hotel seinen Charme vergangener Tage beibehalten. Schon beim durchqueren des Tores fühlt man sich zurückversetzt. Der Hoteleingang, die Halle, der Frühstücksraum, das Kaminzimmer und die Schlafräume erinnern stark an Häuser wohlhabender Ritter. Wenn die Temperatur angenehm, sowie Platz auf der Terrasse vorhanden ist, sollte draussen gefrühstückt werden. Zwischen Säulen blickt man in den Garten und einen Pool, der sich, vom Stil her, perfekt in die Umgebung integriert. Das Frühstücksbuffet wie auch die meisten Sitzplätze befinden sich in einem Raum, der sehr wahrscheinlich einmal die Küche war. Die schöne Feuerstelle ist noch heute gut ersichtlich. Für Ritterfans ist definitiv die Halle, mit der Treppe zu den Zimmern, das Highlight. Diese Bauweise findet man nicht oft und ist daher eine Gelegenheit Szenen aus Mittelalterfilmen hautnah zu erleben.

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Hotel Park Palace Firenze

Kaminzimmer

Hotelzimmer

Ponte Vecchio

Der berühmte Ponte Vecchio ist ein Markenzeichen der Stadt und auf vielen Panoramabildern von Florenz anzutreffen. Auf der Piazza di S. Maria Sopr'arno hat man diese Postkartenaussicht auf die Brücke. Dies ist der perfekte Platz um einen Florenzaufenthalt zu starten. Auf der gegenüberliegenden Seite des Arno sieht man gleich auch die Uffizien und das Museo Galileo.

Wenn man noch nicht über den Ponte Vecchio gelaufen ist, dann sollte er spätestens jetzt an der Reihe sein. Er ist zwar zu jeder Tages- und Nachtzeit überlaufen, aber trotzdem ein Muss. Es gibt wenige Brücken auf der Welt, die auf beiden Seiten von Läden gesäumt sind. In der Mitte der Brücke hat es auf beiden Seiten eine Lücke um Fotos auf den Fluss und die Stadt zu schiessen. Auch hier liegt kaum mehr als ein Selfie drin.

Der Ponte Vecchio ist eine der ältesten Segmentbogenbrücken des Globus. Cosimo I. de' Medici gab 1565 einen Übergang über der Ladenzeile bei Giorgio Vasari in Auftrag. Mit dem Vasarikorridor sollte es den Medici möglich sein vom Palazzo Vecchio bis zum Palazzo Pitti ungesehen zu gelangen . Der Gang verläuft unteranderem an der Aussenfassade der Kirche Santa Felicita. Die Medici hatten da die Möglichkeit auf eine, nur für sie erbaute, Empore in der Kirche zu gelangen .

Ursprünglich waren Schlachter und Gerber auf der Brücke ansässig. Per Dekret wurden sie von Cosimo I. umgesiedelt, da sie Abfall in den Fluss warfen und alles verstinkten. Die Tradition, der damals neu angesiedelten Goldschmiede, wird heute noch durch zahlreiche Juweliere fortgesetzt.

Ponte Vecchio

Vasarikorridor und im Hintergrund Arkaden der Uffizien

Palazzo Vecchio | Loggia dei Lanzi | Museo Gucci​

Geht man nach dem Ponte für ca. 150 m weiter geradeaus und biegt nach rechts ab, gelangt man auf die Piazza della Signoria. Die Hauptattraktion ist hier der Palazzo Vecchio, ein mit Zinnen bewehrter Palast, und die Loggia dei Lanzi. Der Palazzo hiess ursprünglich wie der Platz und war, bis zum Umzug in die Uffizien, Sitz der Regierung der Republik. Im Innern erwartet einem z.B. ein Innenhof mit Fresken von Giorgio Vasari und der Saal der 500, welcher auch im Film Inferno vorkommt .

Die Signoria bezeichnet eine Regierungsform, welche an der Spitze einer Versammlung von Politikern einen (gewählten) Herren hat. Heute ist der Palazzo Vecchio das Rathaus und ein Museum, das unbedingt besucht werden sollte. Alleine die Gänge des Gebäudes sind schon gigantisch. Von der Terrasse, mit Bistro, hat man einen tollen Ausblick auf die Piazza und die Umgebung.

Die Loggia dei Lanzi ist ein Arkadenbau, der ursprünglich als Empfangsort für Gäste der Republik genutzt wurde und ein sehr gutes Beispiel für die Florentiner Gotik ist. Sie diente als Vorbild für die Feldherrnhalle in München. Heute sind darin Statuen in Form des Herkules, Perseus oder der Medici Löwen zu finden. Das Dach des Arkadenbaus ist die oben genannte Terrasse mit Bistro. Neben der Loggia und dem Palazzo Vecchio steht ein Replikat der Davidstatue.

Für Fashionbegeisterte gibt es links neben dem Palazzo Vecchio seit 2012 ein dreistöckiges Museum. Der untere Teil ist kostenlos, der Rest ist für wenige Euro zu besichtigen. Als ich da war, wurden vor allem sehr schrille Laufstegmodelle präsentiert. Wer mehr auf Dezenteres steht und nicht unbedingt die Geschichte von Gucci sehen will, kann sich mit der Etage im Erdgeschoss begnügen.

Auf der Piazza hat es mehrere Bars. Gerade um die "Blaue Stunde" bieten sie einen schönen Blick auf den Palazzo Vecchio.

Palazzo Vecchio von der Seite mit Reiterstatue

Saal der 500 im Palazzo Vecchio

Skulptur in der Loggia dei Lanzi

Piazza della Signoria mit der Loggia und dem Palazzo Vecchio während der Blauen Stunde

Loggia del Mercato Nuovo | Palazzo Davanzati | Orsanmichele

An der Ecke Via Porta Rossa und Via Por S. Maria ist eine weitere Loggia zu finden. Die Loggia del Mercato Nuovo diente früher als Marktplatz für Gold- und Silberverkäufer. Heute werden Souvenirs, Tischdecken etc. angeboten. Um die Halle frei von Ständen zu sehen, muss man im Winter sonntags oder montagvormittags vorbeischauen. Der Hauptgrund eines Halts bei Touristen ist das porcellino. Das Streicheln seiner Schnauze und das Hineinwerfen einer Münze versprechen eine sichere Rückkehr nach Florenz.

Biegt man nach der Loggia nach links ab, kommt man nach etwa 100 m zum Palazzo Davanzati. Er ist einer der schönsten Paläste der Stadt. Das Haus ist komplett möbliert und kann besichtigt werden. Ein Highlight sind hier definitiv die Wandmalereien. Danach weiss man, wie die noble Gesellschaft zwischen Mittelalter und Renaissance in der Stadt gelebt hat.

Ebenfalls nicht weit von der Loggia del Mercato Nuovo entfernt, steht die Kirche Orsanmichele. Ich sah sie das erste Mal bei Nacht und dachte im ersten Moment, dass das ein Palast im Look einer kleinen Festung ist. Im Reiseführer wurde lustigerweise erwähnt, dass die Kirche mehr einem Palast gleicht. Bei Tag sieht sie ein wenig lieblicher aus. Leider war die Kirche (schon) geschlossen, wenn ich in der Nähe war und Zeit gehabt hätte. Es wird gesagt, dass die Kirche zu den must do's gehört. Also hingehen, wenn Du in Florenz bist.

Palazzo Davanzati

Orsanmichele

Piazza della Republica

Die Piazza della Republica war schon immer eine Art Zentrum. Sie diente als römisches Forum, Marktviertel und Ghetto. Als Florenz Hauptstadt Italiens wurde, hat man den Platz fein säuberlich herausgeputzt. Auf der Piazza haben sich zahlreiche Bars angesiedelt und unter den Arkaden Shops und Restaurants für den Abend. In der Mitte des Platzes können die Kinder in einem antiken Fahrgeschäft ihre Runden drehen oder Fotobegeisterte die Stimmung der Lichter einfangen. Die Bars hier hatten an den Abenden jeweils Livemusic und boten eine tolle Stimmung mit den grauen oder weissen Loungesessel.​

Piazza della Republica

Arkaden auf der Piazza della Republica

Campari Soda im stylischen und traditionsreichen Caffè Gilli

Via dei Tornabuoni | Museo Salvatore Ferragamo | Palazzo Strozzi

Vom schönen fast schwerelos scheinenden Ponte Santa Trìnita aus, welcher von Michelangelo entworfen wurde, gelangt man rasch zur Piazza Santa Trìnita. Hier beginnt die wahrscheinlich eleganteste Strasse der Stadt. Auf der Via dei Tornabuoni stehen die Designerstores in Reih und Glied und warten auf Kundschaft. Sie ist auch ein schöner Kontrast zu engen Gassen und Häuserzeilen, die mehr Ähnlichkeit mit einer Befestigungsanlage haben, als mit Wohnhäusern.

Auf der Piazza Santa Trìnita befindet sich ein must see für Schuhliebhaber, Fans des eleganten Kleiderstils, aber auch für Hollywoodbegeisterte und Interessierte der italienischen Geschichte der Modeindustrie - das Museo Salvatore Ferragamo. Mit 9 Jahren machte der kleine Salvatore sein erstes Schuhpaar für die Kommunion seiner Schwester. Da wurde ihm bewusst, dass das seine Berufung ist. In Neapel lernte er sein Handwerk und zog nach Boston zu seinem Bruder und schnell einmal weiter nach Hollywood. Seine hervorragende Qualität überzeugte auch Stars wie Marilyn Monroe oder Audrey Hepburn. Das Museum zeigt das Leben des Schuh-Maestros, wie er mit seinen Innovationen die Branche revolutionierte und stellt ausgewählte Schuhexemplare aus. Es wurde aufgebaut um Ferragamo zu huldigen, der nach der Rückkehr aus den USA sich in der Umgebung von Florenz niederliess.

Fünfzehn Häuser mussten weichen, damit der Florentiner Renaissancepalast Strozzi errichtet werden konnte. Für Begeisterte der modernen Kunst sind die hochkarätigen Ausstellungen ein Muss. Wer nur hineingeht, weil er hofft schöne Gemäuer und Wandmalereien zu finden, wird fest enttäuscht. Die Wände des Palazzo Strozzi sind meistens mit schlichtem Weiss überdeckt. Hingegen der Innenhof ist sehenswert und ist frei zugänglich. Das elegante Strozzi Café lädt zudem zu einer Verschnaufpause ein.

Innenhof des Palazzo Strozzi mit einer Installation

Galeria degli Uffizi | Palazzo Pitti | Giardino di Bóboli

​Nach Giorgio Vasaris Plänen wurde die Galeria degli Uffizi erbaut, um die Ämter des Staates zu beherbergen. Heute befindet sich darin eine der berühmtesten Gemäldesammlungen der Welt. Die Geburt der Venus, von Sandro Botticelli, ist nur eines von vielen einzigartigen Werken, das da ausgestellt wird. Nebst den unbezahlbaren Bildern von z.B. Leonardo Da Vinci, Michelangelo, Raffaello Santi (Raffael) oder Caravaggio sind alleine die Gänge mit den wahnsinnigen Deckenverzierungen, Statuen und Vasen zu bestaunen. 1 Tag reicht nicht aus, um alle Bilder genau anzuschauen und zu studieren. Ein Rundgang ist trotzdem ein Muss während des ersten Florenzbesuches.

Auch wenn das Staunenbarometer in der Galeria degli Uffizi am höchsten ist, sollte man andere Topmuseen und Ausstellungen nicht links liegen lassen. Und von denen hat es reichlich in der Stadt.

Fehlt die Zeit um einen ganzen Tag im Palazzo Pitti zu verbringen, sollte man sich auf die Galleria Palatina beschränken. Sie ist die zweitwichtigste Gemäldeausstellung in Florenz. Geht man am Abend hin, muss man meistens weder draussen noch drinnen anstehen. Es fühlt sich dann an, als ob der ganze Palast einem gehören würde.

Wer gedacht hat, dass fast alle Bilder berühmter Maler in den Uffizien hängen, hat sich getäuscht. Ich staunte nicht schlecht, als von Raum zu Raum mehr und mehr Bilder von alten Meistern zu bestaunen waren. Während in den Uffizien, abgesehen von den Gängen und wenigen Räumlichkeiten, alle Wände modern und weiss sind, liess man im Palazzo Pitti alles beim Alten. Somit kommen hier auch reine Schlossbesichtiger voll auf ihre Kosten.

Hinter dem Palazzo erstreckt sich auf 45000 m2 der Giardino di Bóboli mit Wasserspielen, Alleen und Teichen. Von der Fontana del Nettuno hat man einen wunderbaren Blick auf die Stadt. Oberhalb des Brunnens kann auf einer hübschen Terrasse, mit Blick auf die Hügel und die Abtei San Miniato al Monte, ein Porzellanmuseum besichtigt werden. Auch wenn einem das nicht viel sagt, wird über die Verzierungen, Finessen und den Wert aller Ausstellungsobjekte staunen. Da der Palazzo Pitti auf der längeren Seite des Parks liegt, befindet sich der längste Weg parallel zum Palast Richtung Piazza della Calza. Die Allee, die ihren Höhepunkt bei der Isolotta findet, sollte nicht ausgelassen werden. Es hat da ebenfalls einen Ausgang. Nicht weit davon entfernt halten Busse, die unter anderem auch zum Hotel Park Palace Firenze fahren.

Wichtige Infos:

Wenn man mindestens drei Tage in Florenz ist, kann man von neu kreierten Kombitickets profitieren, die jeweils einen Eintritt in die gebuchten Museen innerhalb von drei Tagen gewähren. Das Vorreservieren für ein kleines Entgelt, über die Website der Uffizien oder vor Ort an einem Schalter, ist zu empfehlen. Das stundenlange Anstehen wird durch eine "fastline" um ein Vielfaches gekürzt. Bei mir waren es anstelle von 3 Stunden in der normalen Warteschlange nur etwa 15 Minuten. Wer vor Ort erst reserviert sollte sich informieren, ob 1 Tag vorher noch geht.

Wer plant, im selben Jahr mehr als einmal die Stadt zu besuchen, sollte sich nach einer Jahreskarte erkundigen, denn die Preise haben sich seit 2018 von jahrelangen Preisen unter seinem Wert nun verdoppelt. Schon ab zwei bis drei Besuche lohnt sich eine Jahreskarte. Zwischen EUR 50.- und EUR 70.- kostet sie und ermöglicht, je nach Wahl, auch den freien Eintritt in den Palazzo Pitti und Giardino di Bóboli.

Galeria degli Uffizi

Palazzo Pitti

Giardino di Bóboli

​Duomo di Santa Maria del Fiore & Campanile di Giotto

Auch wenn man nicht viel über Florenz weiss, nebst dem Ponte Vecchio, dem Arno und den Uffizien hat fast jeder schon einmal von der Kathedrale von Florenz gehört. Der imposante Koloss kommt einem noch gigantischer vor, wenn man vor seinen Toren steht. Schon aus den Gassen, die zur Kathedrale führen, ist die Fassade nicht zu übersehen. Eines der zentralen Elemente ist die Domkuppel von Filippo Brunelleschi. Die grandiosen Fresken des Weltgerichts im Innern der Domkuppel wurden von Giorgio Vasari und Federico Zuccari gemalt. Hier wird einem bewusst, wie die Kirche früher durch solche Bauten ihre Macht zur Schau stellen wollte.

Wer den Duomo, den Campanile und das Baptisterium San Giovanni, mit seinem berühmten goldenen Tor, besichtigen möchte, sollte auf ein Kombiticket zurückgreifen. Mit dem vorgekauften Kombiticket muss nicht mehr angestanden werden und es können für EUR 18.- noch weitere als die oben beschriebenen Räumlichkeiten besichtigt werden. Beim Anstehen, ohne Ticket, vor dem Duomo kommen Tourguidehelfer vorbei und bieten geführte Touren mit Guide oder Kopfhörer in der entsprechenden Sprache an. Die Preise, die sie anscheinend schon das zweite Mal hinuntergedrückt haben, da er oder sie die letzten 5 Plätze loshaben möchte, können verlockend klingen. Wer aber nicht genug Zeit hat alles zu besichtigen oder nebst dem Guidebuch nicht noch einen Sprecher im Ohr benötigt, sollte davon absehen. Auch der beste Preis kann bei EUR 40.- liegen.

Wer die Stadt von oben sehen will und nicht nach Siena geht, darf den Glockenturm nicht auslassen. Eine Reservation am Vortag kann schon zu spät sein. Am besten schon von Zuhause über das Internet die gewünschte Zeit buchen.

Duomo di Santa Maria del Fiore & Campanile di Giotto

Duomo di Santa Maria del Fiore

Essen

Florenz ist vor allem berühmt für seine Bistecca Fiorentina - ein riesiges Kotelett vom Rind. Florenz hat sich aber auch als tückisch, im Bereich gutes Essen zu anständigen Preisen, herausgestellt. In einem Reiseführer habe ich gelesen, dass die besten Restaurants ausserhalb der Touristenzonen sind, d.h. am Rande der Stadt. Leider mag man nicht mehr weit laufen nach einem Tag auf den Beinen.

Bei der Bistecca ist es oft besser man bestellt ein weniger dickes Stück. Ansonsten kann es sein, dass es aussen zäh und innen noch roh ist. Was immer gut gemacht wurde, war Pasta al Cinghiale (Wildschwein) oder mit Gehacktem nach Florentinerart. Bei was man generell seltener falsch liegt, ist Fisch und Krebstiere.

Bistecca Fiorentina im Buca Mario

Golden View

Gleich neben dem Ponte Vecchio befindet sich das Golden View Restaurant, mit mehreren Räumlichkeiten, und angeschlossener Bar. Hier kann man beim Vorbeilaufen, durch grosse Scheiben, dem Öffnen von Austern und Säubern von Hummer beiwohnen. Der Mix zwischen der alten Fassade und dem puristischen Interior sprach mich sehr an. Ob von der Terrasse oder einem der drei Räume aus, der Ponte ist zum Greifen nah. Wer nur einen leichten Lunch will, kann auch in die Bar gehen. Für die 10 Uhr Pause (wie auch zu den anderen Zeiten) werden da auch glutenfreie Produkte angeboten. Leider reichte die Zeit nicht auch noch für dieses Lokal. Daher kann ich kein Feedback zur Küche abgeben.

Alle Murate

Giovanna Iorio ist eine der besten Köchinnen der Stadt und kocht im Alle Murate zwischen alten museumsreifen Gemäuern. Auf einer der Fresken wurde sogar die einzige authentische Abbildung Dantes gefunden. Am Mittag kann man köstliche Fischspezialitäten im alten Gewölberaum, mit moderner Einrichtung, zu moderaten Preisen, geniessen. Am Abend schiessen dann die Preise ins Universum hinauf. Aber auch die Karte wird gewechselt. Dieses Lokal ist bei jungen Einheimischen zum Apéro wie auch bei Familien und Touristen gleichermassen beliebt. Ich hatte zuerst Austern, dann Riesencrevetten und dazu Risoni und selbstgemachte Chips. Abgesehen von den Fischgerichten kann man selber wählen, wie bei Tapas, von was man wie viel möchte. Alles war herrlich angerichtet. Die Augen konnten sich freuen. Personen mit Glutenproblemen kommen hier nicht zu kurz.

Shrimps im Fishing Lab Alle Murate

Fishing Lab Alle Murate

Mister Pizza

Wer sich in der Gegend der Kathedrale von Florenz befindet, und Lust auf eine Pizza für unterwegs erhält, findet auf der Piazza del Duomo den passenden Laden dafür. Ich habe noch nie eine so gute glutenfreie Pizza gegessen wie bei Mister Pizza. Wenn diese schon so köstlich schmeckte, wie muss dann die normale Version sein...

Shoppen

Wer gerne zwischen all den kulturellen Erlebnissen dem Einkaufsgott huldigen möchte, muss in Florenz nicht lange suchen. An jeder Ecke sind Geschäfte aus aller Welt zu finden. Wer in den teuren und edlen Boutiquen wie Armani, Hugo Boss, Gucci und co. einkaufen will, geht an die Via dei Tornabuoni. Wer einfach stöbern möchte, muss nur die Augen offen halten und wird garantiert das passende finden. Zwischen Kleidertempeln sind z.B. auch alteingesessene Schreibwarenläden angesiedelt. Das alte Interieur erinnert an Zeiten, wo es Computer noch nicht für jedermann gab und daher Kugelschreiber und Füller die Utensilien der Zeit waren. Bei einem der Läden musste ich gleich an Harry Potter denken.

Wer in Italien ist und lieber in feinen nationalen oder lokalen Modeläden shoppen will, findet z.B. im Gutteridge ein neues Zuhause. Hier erhält man Kleidung mit Geschichte und kein "Kaufen ab Stange Gefühl". Der im brittischen Stil gehaltene Laden für Männer, bietet vorallem schön taillierte Anzüge an. Aber auch Jacken, Pullover, sportlich elegante Hosen und Accessoires wie Fliegen oder Manschettenknöpfe sind im Angebot. Der Laden hat seinen Ursprung in Neapel, wo 1878 ein Schotte seine Chance witterte den Stil seines Heimatlandes mit den Schneiderfähigkeiten Italiens, speziell Neapels, und dessen südländischem Charm zu verbinden. Bis heute eine Erfolgstory. Kleider und Qualität zu moderaten Preisen.

Gutteridge

Fahrrad mieten per App​

Du möchtest dem Arno entlang fahren, äussere Quartiere einfacher erreichen oder in der Nacht nach dem Ausgang einfach schnell ins Hotel gelangen? Dann könnte die App von mobike das Richtige sein. Mit der App entsperrt man per QR-Code das gewünschte Fahrrad und sperrt es so auch wieder. Falls man nicht gerade selber an einem leihbaren Dratesel vorbeigekommen ist, sagt einem die App, per GPS, wo sich die Naheliegendsten befinden. Vom aufgeladenen Kredit wird am Schluss der Fahrt die Gebühr abgezogen. Man erhält für vorbildliches Fahren und Abstellen Punkte. Beschädigt man hingegen das Gefährt oder stellt es mitten auf der Strasse oder einem Veloweg ab, werden Punkte abgezogen. Hat man unter 100 Punkten, wird der Account gesperrt und man muss sich an das Unternehmen wenden. Mobike gibt es schon in fast 200 Städten weltweit. Also wenn Du aus Berlin bist, kennst Du es vielleicht schon, respektive kannst es dort in Zukunft auch nutzen. Weitere Städte in Deutschland folgen. Nebst Florenz ist das chinesische Unternehmen auch in Mailand present.

mobike

​Ich hoffe, der Eintrag hat Dir gefallen und man spührt mein Herzblut, das ich hineingesteckt habe. Gerne kannst Du einen Kommentar hinterlassen. Würde mich auch über ein Feedback und weitere Tipps freuen, wenn Du (durch diesen Eintrag) in Florenz und der Toskana warst.

Weitere Impressionen zu Ausflügen und Reisen findest Du unter Bilder.

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#Toskana #Italien #Florenz #Museum #Süden

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