• Sandro

Dorf Appenzell im Winter

Aktualisiert: 12. Feb.


Der Geschenkladen Bazar Hersche mit seiner wundervollen Fassade


Schweizer Idylle

Das Appenzellerland ist Sinnbild für die Alpenrepublik und gehört auf die Reiseliste bei einer Tour de Suisse. Oft geht bei Touristen diese Gegend unter. Denn wenn die Werbetrommel für Berggegenden (oder Regionen mit Bergen) gerührt wird, findet man Namen wie: Matterhorn, Eiger, Mönch & Jungfrau, Bürgenstock, Säntis, Heidiland oder Vierwaldstättersee. Dabei gibt es keine ursprünglichere Region, wo noch Geschichte und die Essenz der Schweiz erlebt werden kann, wie im Appenzellerland. Das Appenzellerland umfasst die beiden Kantone Appenzell (AI) Innerrhoden und Appenzell Ausserrhoden (AR). Beide Kantone werden vollkommen vom Kanton St. Gallen umringt. Wenige Kilometer Luftlinie von der Kantonsgrenze entfernt, liegt Österreich und das Fürstentum Lichtenstein. Der Äusserste Zipfel des Kanton AR berührt fast den Bodensee. Das höher gelegene Heiden hat oft bereits Schnee, wenn es am See noch angenehm herbstlich ist. Zudem kann man da in kurzer Zeit vom See aus den Winter verlängern. Die Fahrt mit dem Auto nach oben ist nicht nur schön, sondern auch surreal, da es unten bereits warm sein kann, und man in Heiden plötzlich im tiefen Winter angelangt ist, wo Personen langlaufen oder am Haushang die Schwünge üben, um eine möglichst kurze skifreie Zeit zu haben.


Die Landschaft des Appenzellerlands ist geprägt von sanften Hügeln und markanten Bergen, kleinen Ortschaften und zahlreichen Bauernhöfen. Gerade letztere haben es in die Malerei und Literatur geschaft. Schon einmal einen Appenzeller- oder Sankt Gallerbiber gesehen oder gegessen? Auf den Lebkuchen mit Mandelfüllung sind typische Motive aus der Gegend zu finden. Auf grossen Ausführungen werden die Bilder teilweise noch von Hand gemacht. Aber auch auf weniger kostspieligeren Lebkuchen oder den kleinen "Biberli" ist das Appenzellerland zumindest auf der Verpackung vorzufinden. Meistens sieht man darauf Berge, Hügel, einen oder mehrere Bauernhöfe, einen Bauer in traditioneller Kleidung mit Kühen und Ziegen.


Es gibt Bilder- und Kinderbücher worin Zeichnungen von verschneiten Landschaften mit Höfen, Appenzeller Sennenhunden, Kindern beim Schlitteln und den Hügel hinauflaufen, um danach mit den Holzskiern hinunterzufahren, warme Stuben mit der Katze am Ofen und der Bäuerin beim Nähen, etc. zu sehen sind. Dabei entsteht eine (verklärte) nostalgische Vorstellung der Schweiz. Diese zeigt sich gerne der Welt in diesem Bild. Doch ist sie nur im Appenzellerland (noch) so. Die Appenzeller sind ein Volk, das stolz auf seine Herkunft und Kultur ist und diese bis heute auch aktiv auslebt. Die Bergler können aber auch eigen sein. Zum Beispiel wollten sie bis zuletzt nicht der Schweiz beitreten und die Frauen des Kanton Appenzell Innerrhoden durften erst ab dem 29. April 1990 abstimmen.


Wie viele Bergregionen haben auch die Appenzeller eine Verbindung zur Natur und Übernatürlichem. Gerne wird der Heilkundeexperte aus der Nachbarschaft einem Mediziner vorgezogen. Geht es den Tieren im Stall schlecht ruft man einen Rutengänger an.


Eine bekannte Tradition findet um Silvester in Urnäsch statt: Das Silvesterklausen Urnäsch.


Das Liebliche der sanften Hügel gemischt mit dem Wissen über eine harte Vergangenheit von dessen Bewohner, gepaart mit einer gewissen Mystik machen die Gegend sehr interessant.


Ein Highligh ist Appenzell, der Hauptort des Kanton AI. Um dieses schmucke Dorf, welches 1071 in der Form Abbacella erstmals erwähnt wurde, geht es im folgenden Abschnitt.

 

Katholischen Pfarrkirche St. Mauritius vom Brauereiparkplatz aus gesehen – Appenzeller Alpenbitter von der Brücke aus abgelichtet


Parkieren

Das Dorf Appenzell, das auf 780 m ü. M. liegt, ist im Altstadtbereich grösstenteils autofrei. Es gibt drei nahegelegene Parkplätze. Der Brauereiparkplatz (siehe auf Google Maps) liegt an der Sitter und neben der namensgebenden Appenzeller Brauerei. Da sind genügend Plätze vorhanden. Von da muss man nur noch über die Brücke und ist bereits bei der Katholischen Pfarrkirche St. Mauritius, welche sozusagen den Eingang zur Fussgängerzone und Altstadt markiert.


Auf dem Landsgemeindeplatz (siehe auf Google Maps) wo auch heute noch wie in den "guten alten Zeiten" Abstimmungen abgehalten werden, befindet sich ebenfalls ein Parkplatz. Dieser markiert den anderen Eingang der Altstadt.

Zur Info: Auf Google Maps befindet sich noch eine Aufnahme aus dem Jahr 2014. Dazumal gab es eine Strasse mitten über den Platz. Um die Zone zu beruhigen und den Platz auch wieder zu einem Platz zu machen, wurde mittendurch eine Kette gezogen. Auf der Seite des Café-Hotel Appenzell befinden sich nur wenige Parkplätze. Ist alles voll, muss eine Runde um den Feuerwehr Stützpunkt gedreht werden, um auf den grösseren Teil des Platzes zu gelangen.


Wenn Du den Landsgemeindeplatz aus Norden ansteuerst, kommst Du automatisch auch am Parkplatz Zielplatz (siehe auf Google Maps) vorbei. Dieser liegt neben dem Sportplatz Ziel und ist rund 200 Meter vom Landsgemeindeplatz entfernt. Dementsprechend ist dieser eher eine Ausweichmöglichkeit, wenn wirklich viel los ist.

 

Wundervoll bemalte Häuser


Hauptgasse und ihre schönen Häuser

Die Hauptgasse ist das Highlight von Appenzell. Da reiht sich ein traditionelles Haus an das andere. Die Fassaden sind reichlich geschmückt und die Ladenschilder noch in ursprünglicher Form vorzufinden. Die meisten Geschäfte sind auf dieser "Hauptader" zu finden.


Das Dorf ist zu jeder Jahreszeit sehenswert. Den grössten Charme verströmt es aber im Winter, vor allem in der Weihnachtszeit. Die Bilder in diesem Blogeintrag sind im Dezember 2020, Dezember 2021 und Januar 2022 entstanden.

 

Frontansicht des Käseladens, Bäckerei Gass 17 und der Geschenkladen Bazar Hersche


"Chäslade"

Der Käseladen liegt an der Ecke Hauptgasse/Poststrasse. Die Poststrasse ist in diesem Abschnitt auch als Platz zu bezeichnen. Die Restaurants rund um diesen "Platz" servieren auch draussen. Da befinden sich auch die Bäckerei & Restaurant Gass 17 sowie das Bistro "s'plätzli".


Der Chäslade wird in typischer "Tante Emma Laden"-Manier geführt. Nebst einem breiten Sortiment an Käse gibt es im angehängten Shop vom Eis am Stil (als Block, so wie früher) über Liqueure bis zu den Teigwaren (sogar glutenfreie Varianten vorhanden) alles für den täglichen Bedarf. Natürlich findet man viele Produkte aus der Region. Sogar das passende Brot (von der Form erinnert es an eine Focaccia) für einen gemütlichen Fondueabend gibt es. Und wenn man kurzfristig eingeladen wird und nichts passendes zur Hand hat, der Champagner wäre da bereits kaltgestellt.


Die Fondue-Mischung wird nach Wunsch vor Ort zusammengestellt. Tipp: zwei Käsesorten verwenden. Das Geschmackserlebnis ist definitiv grösser. Wenn man Laktose- oder Milcheiweissprobleme hat, findet man im Chäslade auch Alternativen aus Schafs- und Ziegenkäse. Einfach danach fragen. In die Mischung gehört auch Weisswein oder Prosecco und auf Wunsch, für eine Spezielle Note, ein Schuss Kirsch. Damit man beim nächsten Besuch wieder die gleiche Mischung bestellen kann, führt der Laden eine Kartei. Also einfach der Bedienung mitteilen, dass man die Absicht hat, hin und wieder vorbeizukommen. War das Mischverhältnis doch nicht ganz so wie gewünscht, dann kann man auch nochmals daran feilen und die Karteikarte aktualisieren lassen.


Selbstverständlich gibt es auch die passenden Käsesorten für ein Raclette in geselliger Runde.


Eine Spezialität: Extrarezenter Appenzeller. Diese Variante findet man kaum in einem Supermarkt und auch nur in wenigen Käseläden. Der Appenzeller wurde so lange gereift, dass er hart und fast schon ein wenig brüchig ist. Ja, der Käse hat "warm", auch wenn er im Kühlschrank liegt. Deshalb sondert er eine salzige Flüssigkeit ab. Das ist normal. Der Käse kann natürlich pur genossen werden, aber zu Empfehlen ist er als Zutat für (Appenzeller) Älplermagronen. Mmmmmmh ... was für ein Genuss für Feinschmecker.

Aber Achtung: Der Extrarezente ist nicht jedermanns Geschmack. Zudem hat er schon eine gewisse Schärfe (unter anderem wegen dem Salz) entwickelt, die in endfindlichen Mündern ein vorübergehendes Brennen auslösen kann.

Und noch was: Dessen Ausdünstung "verpestest" das ganze Auto. Zu Hause ist lüften angesagt. Käsegourmets nehmen das aber liebend in Kauf.


Anmerkung des Autors: "Keiner meiner Besuche des Dorfes endet ohne das Aufsuchen dieses Ladens. Käse gehört einfach zu Appenzell."

 

Die Poststrasse führt direkt unter dem Rathaus hindurch


Das Rathaus

Die Fassadenmalerei des imposanten Rathauses ist von August Schmid aus Diessenhofen (1928). Wenn man sich dieses Gebäude so anschaut, denkt man auch eher, dass es da steht, wo der Maler herkommt und nicht in einem Bergdorf. Doch gerade, weil es ein wenig wie ein Fremdkörper (in diesem Zusammenhang aber nicht abwertend gemeint) wirkt, fällt das Rathaus direkt auf.


Das Spezielle ist zudem, dass es im Erdgeschoss Arkaden hat und sogar Autos passieren können. Solch ein "Erlebnis" gibt es nicht mehr vielerorts. Da die Durchfahrt nur in eine Richtung gestattet ist, müsstest Du bei der Katholischen Pfarrkirche St. Mauritius in die Gerbestrasse abbiegen und danach die Posstrasse vorbei am Chäslade nehmen.


Rechts neben dem Rathaus ist das Museum Appenzell einquartiert.

 

Die Dekoration der Flauderei, gerade an Weihnachten, ist immer zauberhaft


Flüssige Genüsse

Die Goba Mineralquelle & Manufaktur unterhält in Appenzell eine Boutique. Beim Betreten der Flauderei durchschreitet man ein Portal und landet in einer Märchenwelt. In der Weihnachtszeit spührt man die Magie des Geschäfts am intensivsten.


Es sind Produkte von Goba, Flauder und Co. zu bestaunen und natürlich auch zu kaufen. Zudem gibt es auch Partnerprodukte, die "Lücken" im Sortiment vervollständigen oder perfekt als Mixer zu einem Gin passen.


Ein Klassiker unter den Bitter ist der seit 1935 produzierte Alpstein Bitter. Für den ein wenig fruchtigeren Bitter-Genuss steht der Beerenapéro Manzini. Ohne Alkohol heisst er Manzoni. Er kann pur, "on the rocks" oder auch gemixt genossen werden. Lieber etwas aus der "Drogerie"? Dann gibt es da den vom Drogisten Hans-Rudolf Früh im Eichenfass gereifte Sennar. Er griff dafür auf Naturheilkräuter zurück, die seit jeher in Appenzell verwendet werden.


Bekannt wurde das Unternehmen mit der Limonade Flauder. Dazu schreibt sie: "Flauder ist das Zauberwort, das seit seiner Einführung die Welt erobert. Die legendäre Mischung von Holunderblüten und Melisse aus dem Gontenbad verkörpert die Leichtigkeit und die Anmut eines Schmetterlings."

Bemerkung des Autors: "Der Geschmack ist sehr speziell und mit kaum einer anderen Limonade zu vergleichen. Das Getränk erinnert mich an Limonaden, welche in Japan speziell für Kinder produziert werden. Bestell Dir direkt im Shop eine Limo oder kaufe eine für später. Du kommst nicht um sie herum, wenn du dein Wissen über Süss-Getränke erweitern möchtest. Die Limo ist an heissen Tage ein wundervoller und leckerer Durstlöscher."


In der Boutique sind aber auch Tees, Sirups, Dekos und Konfitüren zu finden. Die Konfi "Flauder Gold" kann ich sehr empfehlen. Die Hauptnoten sind Holunderblüten und Melisse. Das Exklusive ist das darin enthaltene Blattgold. Ein sehr festliches Produkt, das auch gut zu Käse passt. Wenn ich damit an einem Sonntag frühstücke, fühle ich mich wie in einem Schloss irgendwo in einem Königreich in den Bergen ...


Wenige Sitzplätze & ein paar Tische im Innenhof bieten eine Möglichkeit, um Gobas Getränke kennenzulernen und eine Pause einzulegen.


Hinweis: Das Geschäft hat auch einen Raum im 2. Stock. Er ist nur schon deshalb sehenswert, weil man dadurch Einblicke in das Innere eines alten Appenzeller-Hauses erhält.

 

Gaumenfreuden in Fleischform


Wetter’s Spezialitätenwelt

Nicht nur der Laden ist schick, sondern auch dessen Produkte. Wetter's Spezialitäten ... Fleischtieger kommen darin voll auf ihre Kosten. Alles ist schön hergerichtet und kann gerne zu einem Geschenk zusammengestellt werden. Kleinere Arrangements sind bereits vorzufinden. Auf dem ersten Bild im Schaufenster ist zum Beispiel ein Schneidebrett mit Spezialitäten zu finden. Ein kleiner Seelenwärmer (Likör) ist meistens auch enthalten.


Der Fleischladen verkörpert alte Traditionen (Motive, Bilder auf Verpackungen) mit regionalen Leckereien und Alpin Chic (Auchmachung des Ladens). Die Mitarbeiter sind stets sehr hilfsbereit und rufen gerne auch in der Zentrale an, wenn man etwas über die Inhaltsstoffe (Unverträglichkeiten etc.) wissen möchte. Während der dunklen Jahreszeit erhält jeder Besucher einen Bächer mit Punsch um sich ein wenig aufzuwärmen (Zumindest war das in den letzten beiden Jahren der Fall).


Spezialitäten

  • Kutteln in Tomatensauce (mit Kümmel): Kutteln sind in Streifen geschnittene Pansen von Wiederkäuern. In Italien nennt man sie Trippa. Sie gehören zu den Innereien und sind heutzutage eher als Delikatesse zu sehen. Wegen ihrer Konsistenz und dem speziellen Geschmack sind sie nicht jedermanns Leibspeise. Im Appenzellerland gehören sie aber zu einer gut sortierten Metzgerei dazu. Bei Wetter’s erhält man eine Portion in Tomatensauce fertig gekocht in der Dose und muss zu Hause nur noch aufgewärmt werden. Dazu passen zum Beispiel Salskartoffeln. In dieser Kombination findet man das Gericht gerne auch auf Speisekarten während der Fasnacht in Deutschland. Der Kümmel hilft nicht nur schwer verdauliche Lebensmittel besser zu verdauen, sondern gibt, in diesem Fall den Kutteln, auch noch eine spezielle Note.

  • Schwartenmagen: Vielleicht ist die Speise besser bekannt unter dem Namen Presswurst. Für die Produktion wird Schweineblut, Schweinemaske, Schweineherz, Schweinefleisch, Speck und Schwarte verwendet. Der sehr eigene Geschmackt macht es ebenfalls zu einer Spezialität einer eher kleineren Gruppe. Im Kühlfach von Wetter’s sind abgepackte Scheiben zu finden. Dessen Schwartenmagen enthält auch Gemüsestücke, was aus meiner Sicht das Produkt besser macht und somit einem breiteren Publikum bekömmlich ist.

 

Ein Paradies für Naschkatzen


Chocolat Manufacture Appenzell

Gegenüber von der Boutique der Wetter’s Spezialitätenwelt befindet sich die Chocolat Manufacture Appenzell. Auf Google Maps ist der Laden noch nicht vorzufinden. Der Schoko-Laden geht designtechnisch einen komplett anderen Weg als etwa die Metzgerei. Das Interior ist minimalistisch und überwiegend in weiss und schwarz gehalten.


Aus eigener Produktion sind die Tafelschokoladen "Appezölle Tafle" (dunkel/braun/weiss), "Bruch-Schoggi" und solche mit Appenzeller Sujets. Letztere sind alleine für die Augen ein Genuss. Darauf sind eine sitzende Stickerin bei der Arbeit und ein Mann in traditioneller Kleidung zu sehen. Die Frau neigt den Kopf zur Seite, da er gerade den Pfeiffenrauch ihn ihre Richtung pustest. Das ist mit einem Zwinkern umgesetzte Tradition.

"Schoggi-Chue" – die behornte Appenzeller Schokoladenkuh ist nur im Shop erhältlich und ist sicherlich ein Hingkucker, ob als Geschenk oder zu Hause (zumindeset bis sie gegessen ist) auf dem Sideboard. Der "muuuhende Gruss" aus Appenzell ist oben in der Bildergallerie zu sehen.

Wer es klassischer mag findet auch Praliné und Truffes.


Nebst allerlei Naschereien werden auch Appenzeller Bärli-Biber der Bischofberger AG angeboten. Die grossen Ausführungen sind beispielsweise auch in Herzform erhältlich. Infos zu den Sujets auf den Bibern und Verpackungen: Bauernmalerei.


Weiter hinten in den Räumlichkeiten ist ein Café zu finden. Da geht es noch ein wenig rustikaler zu und her. Die Decken wurden erhalten und strahlen den ursprünglichen Charme des alten Hauses aus.

 

Auf der Fassade sind Kräuter zu sehen


Löwen-Drogerie

Die Löwen Drogerie kann mit ihrer reich verzierten Fassadenbemalung als Bijou betittelt werden. Auf den rundbogig gerahmten Kästen der Aufzugsläden sind Heilkräuter abgebildet. Diese hattte Johannes Hugentobler gemalt, womit er den Bezug seiner Malerei zur Drogerie herstellte.


Auch heute noch befindet sich darin die Drogerie mit selbem Namen. Die Räumlichkeiten stehen aber in krassem Kontrast zum Äusseren. Während die Gebäudehülle wie konserviert wirkt, ist der Innenraum eher zweckmässig gestalltet. Im hinteren Bereich erinnern zwei Säulen sowie die in die Wand gelassene Statue des St. Rochus an vergangene Zeiten.

 

Zuckerbomben


Laimbacher

Das Haus an der Weissbadstrasse 3 gilt als älteste Zuckerbäckerei des Dorfes. Seit 1872 werden da verschiedenste süsse Leckereien hergestellt. Laimbacher ist aber auch mit einem Shop an der Hauptgasse vertreten. Je nach Saison sind leicht unterschiedliche Produkte zu finden.


Marshmallow in verschiedensten Formen und Farben machen einen Grossteil des Angebots in diesem Shop aus. In der Adventszeit ist, wie oben auf den Bildern zu sehen, der Weihnachtsmmann das Motiv der Stunde.


Ihre Spezialität sind die sogenannten "Landsgmendchrempfli", welche auch schon in den Medien erwähnt wurden.


Selbstverständlich gibt es auch da Appenzeller-Biber in diversen Grössen und Ausführungen.


Die Appenzeller "Hosenknöpfe" (in Zürich heissen sie Geduldzeltli) sind ein meringueähnliches Gebäck, das jedoch nicht luftig wie Meringues ist, sondern kompakt. Dies ist aufgrund des Mehls im Teig, das bei den Meringues fehlt. Auch wenn sie hauptsächlich in den beiden Appenzeller Halbkantonen und in Zürich zu finden sind, kann man sie da als Nieschenprodukt betrachten. Deshalb sind sie auch nur in ausgewählten Shops erhältlich. Der Zürcher Name sagt etwas über die Art des Produktes aus, während der Appenzeller Name sich auf dessen Form bezieht. Je nach Art der Herstellung, muss ein Hosenknopf zuerst ein wenig im Munde zergehen, bevor er seinen Geschmack entfaltet.

 

Frontansicht der Bäckerei und Wirtschaft Drei Könige


Bäckerei und Wirtschaft Drei Könige

Im Gegensatz zu den zusammengepferchten Häuser (was natürlich in diesem Fall zum Charme des Ortes beiträgt) an der Hauptader ist das Haus der Bäckerei und Wirtschaft Drei Könige an einem Platz positioniert. Da die Hauptgasse beim Aufeinandertreffen mit der Marktgasse einen Knick macht, läuft man, vom Landsgemeindeplatz her gesehen, direkt auf das Haus zu. Es ist also kaum zu übersehen.


In der Wirtschaft werden kleine Gerichte, sowie Kaffee und Produkte aus der Bäckerei und Konditorei angeboten. Legendär ist der Käse-Zwiebelfladen. Dessen Zutaten werden genauso unter Verschluss gehalten wie beim Appenzeller Käse.


Der Eingang zur Bäckerei ist seitlich zu finden. Wie so viele Geschäfte im Ort wurde auch diese Lokalität in den letzten Jahren einer Generalüberholung unterzogen. Das Resultat kann sich sehen lassen und sich locker mit den anderen Shops messen. Bereits der Eingangsbereich hat es in sich. Dadurch, dass die Mauer leicht nach innen versetzt ist, besteht Möglichkeit für eine etwas "ausführlichere" Dekoration des Aussenbereichs. Da ist auch eine Sitzgelegenheit zu finden, um bei einem Getränk das Treiben in der Gasse zu verfolgen.


Im Innern fühlt man sich in der Zeit zurückversetzt. Es sieht wie in der warmen Stube einer (wohlhabenden) Bauernfamilie aus. Im hinteren Bereich befindet sich das "Stöbli". Der kleine urchige Raum wurde bereits 1561 errichtet – kurz nach einem Dorfbrand. Auch da kann man bis die Bäckerei schliesst kleinere Gerichte bestellen oder einfach bei einem Glas Flauder oder hausgemachtem Punsch die einzigartige Stimmung geniessen.


Im Keller befinden sich zusätzliche Ausstellräumlichkeiten. Dem Gewölbekeller konnte weder der Zahn der Zeit noch der Brand von 1560 etwas anhaben. Im aufgehübschten aber dennoch ursprünglich gehaltenen Untergeschoss werden saisonale Köstlichkeiten präsentieren. Im Winter finden Besucher Weihnachtsgebäck, im Frühling die riesige Osterhasen-Familie, pünktlich auf die Landsgemeinde die Chrempfli und später eine grosse Auswahl an Bruchschoggi.


Na klar, auch da gibt es grosse und kleine Appenzeller-Biber. Das gehört einfach zu einem Shop im Ort dazu.

Aber die Spezialität des Hauses ist der Birnenweggen: Dörrbirnen, Baumnüsse, Feigen, Weinbeeren und eine geheime Gewürzmischung.

Tipp: Am besten geniesst man diese Köstlichkeit mit Butter oder Margerine zu einem warmen Getränk wie Kaffee oder Heisser Schokolade. Hineintunken nicht vergessen!

Und noch ein Tipp: Die Birnenweggen schmecken ab dem zweiten Tag am besten.


Gmünderli: Wie der Name erahnen lässt (zumindest wenn man weiss, dass mit der aktuellen Inhaberin die 6. Generation der Famile Gmünder am Ruder ist), muss es sich bei dieser knusprig-crémigen Nascherei um eine Herzensangelegenheit handeln. Auch hier wird man über dessen Herstellung und Inhalt so viel wie über die Kräutersulz des Appenzeller Käse erfahren. Man sagt ja, die Appenzeller seien verschwiegen und eigen. Wenn es um ihre Produkte geht, dann mag das wohl stimmen.

 

Eine Kappelle gehört einfach zu einem Bergdforf


Himmel und Erde

Kurz vor dem Landsgemeindeplatz liegt die Kreuzkapelle. Kleiner und niedlicher kann eine Kappelle fast nicht mehr sein. Ob man gläubig ist oder nicht (oder einer anderen Religion angehört) jeder Tourist und Besucher eines Bergorts erwartet solch ein Gebäude. Das Bild wäre ohne es nicht vollständig.


Daneben und gegenüber wird anderen Götter gehuldigt, nämlich denen der Ästhetik, Kunst und des Designs.


In der Art-Galerie Inauen, gleich neben der Kappelle steht, wie der Name verrät, die Kunst im Mittelpunkt. Kunst sollte nicht konsumiert sondern genossen werden. Während man also zu Hause ein Bild auf sich wirken lässt, kann man unschiniert ein Glas Sekt oder einen Schluck Rum zu sich nehmen. Die Galerie hat auch daran gedacht und bietet dafür das passenden Werkzeug (schöne Gläser, schicke Flaschenhalterungen, etc.) an.


Gegenüber befindet sich streule appenzell. Das Haushaltsfachgeschäft bietet von der Berkel Aufschnittmaschine über Tafelgeschirr und Schneidwaren bis zum Grill und Fondue-Starterkit qualitative Produkte an. Es ist alleine schon interessant die Waren im Schaufenster zu begutachten. Da zeigt sich einem immer wieder, dass Funktionalität und (ausgefallenes) Design sich nicht beissen müssen.

 

Rund um den Platz befinden sich einige Restaurants und Hotels


Landsgemeindeplatz

Wenn nicht gerade auf dem Platz eine Abstimmung abgehalten wird, sind die parkierten Autos gegenüber den Menschen oft in der Überzahl. Oder zumindest wirkt es so. Rein optisch gesehen sind die fahrbaren Untersätze störend – aus der Sicht der Bequemlichkeit natürlich komfortabel.

Den Platz flankieren einige Restaurants und Hotels, aber auch Geschäfte:

 

Fast zu schade zum Essen


Zuerst gucken dann verspeisen

Früher stand an Weihnachten in Appenzeller Stuben der sogenannte «Chlausezüüg». Er ist die Weichnachtsbaum-Variante zum Essen. Dafür muss weder ein Baum gefällt, noch im neuen Jahr beim Entsorgen und Nadeln aufsaugen eine zweite weniger festliche "Bescherung" durchgemacht werden.


Das mit roten Äpfeln geschmückte pyramiedenähnliche Gebilde strahlt durch und durch Handwerkskunst aus. Dass dieser "Christbaum" heutzutage nicht gerade kostengünstig ist, sieht man auf den ersten Blick. Wer aber im Kanton Appenzell Innerrhoden etwas auf sich hält, stellt dennoch in der Vorweihnachtszeit einen auf. Definitiv ein Hingucker. Aber am besten nicht in Erreichbarkeit von Kindern oder Schleckmäulern, die sich nicht im Griff haben, positionieren. Sonst fehlt dann schon Mitte Dezember der halbe "Schmuck" Aber ganz verübeln könnte man es den Biber-Dieben nicht. Es sieht einfach lecker aus.

 

Faszinierende Landschaft von der man nie genug bekommt


Ausflugstipps zum Kombinieren:

  • Laternliweg Schwägalp und Fahrt auf den Säntis (Blogeintrag): Der Säntis ist das Aushängeschild unter den Bergen der Ostschweiz und der Höchste im Alpstein

  • Wanderung zur Scheidegg: Der Wanderweg im Winter, von Eischen bis zum Restaurant Scheidegg, ist vielleicht der schönste der Ostschweiz. Auf dem Bergkamm laufend sieht man rechts auf den Bodensee und links auf den Säntis und Hoher Kasten

  • Appenzeller Schaukäserei

  • Hoher Kasten

  • Seealpsee (Blogeintrag): Steiler aber nicht sehr langer Aufstieg. Kaum ein Bergsee in der Schweiz ist so schön und doch relativ "leicht" zu erreichen

  • Vom Kronberg hinunterschlitteln (Blogeintrag): Eine wirklich schöne Schlittelpiste mit einer spitzen Aussicht

  • Zipline-Park in Jakobsbad (neu auch im Winter offen), Märliwelt und Bobbahn rund um die Talstation Jakobsbad/Kronberg

  • Chindlistei-Weg in Heiden: Führt durch den Wald und behandelt an diversen Posten das Thema Hexerei und Magisches

  • Ebenalp, Wildkirchli und Äscher

  • Leuenfall (Blogeintrag):

  • Wanderung zum Ruhesitz oder Sämtisersee (Blogeintrag)

  • Fählensee

  • Urnäsch (während des Silversterklausen)

  • Speisen auf Gourmet-Niveau zum Beispiel im Hotel & Restaurant Bären (Gonten) oder im Restaurant Anker (Teufen)

  • Eggli (Restaurant Eggli)

  • Hoher Hirschberg

 

Hast Du das Dorf Appenzell bereits von irgendwo her gekannt? Oder hat dieser Blogeintrag Dein Interesse geweckt? Falls ja, würde ich mich über ein Feedback und auch weitere Anregungen freuen.

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