• Sandro

Ligurien

Aktualisiert: vor 3 Stunden


Riomaggiore

Ligurien

Die Küstenregion in Nordwestitalien ist auch bekannt unter dem Namen Italienische Riviera. Namhafte und beliebte Orte sind Sanremo mit seinen vielen Blumen und dem jährlich stattfindenden Musikfest (der Gewinner nimmt am Eurovision Song Contest teil), die Seefahrer- und Händlerstadt Genua, Savona mit seinem Kreuzfahrtschiffhafen und kleinen hübschen Ortskern, Portofino der Schönen und Reichen und die pittoreske klimabegünstigte Cinque Terre. Die Gegend liegt zwar im Norden Italiens, hat aber ein genau so maritimes Erscheinungsbild wie Orte in südlicheren Gefilden. Mit der Hauptstadt Genua hat Ligurien eine sehr attraktive typisch italienische Hauptstadt mit einem unverwechselbaren Hafen-Charakter. Rundherum befinden sich kleine hübsche Dörfer und Städte zum Erkunden, Fotografieren und Bestaunen. In der Region Ligurien kommen Wanderer und Naturliebhaber genau so auf ihre Kosten wie Geschichts- und Kulturinteressierte, Dolce Vita-Geniesser, Badeurlauber oder Architekturfans.

Von Mitteleuropa aus, ist Genua die schnellstmöglich erreichbare Stadt am Mittelmeer (mit dem Auto). Vom Bodensee aus erreicht man Genua, ohne Stau, in etwa 5.5 Stunden.

Die Ligurien-Tour, vergangenen Sommer, war die Ausgiebigste, die ich da je in Angriff nahm. Erste Anlaufstelle war Santa Margherita Ligure. Von da aus stattete ich Portofino einen Besuch ab. Danach ging es weiter nach Monterosso al Mare. Dieses hübsche und pulsierende Dorf diente als Ausgangspunkt für die Erkundung der Cinque Terre, Porto Venere und La Spezia. Das Programm war so straff gebunden, dass Genua leider keinen Platz mehr fand. Aber diesem Post schadet es sicher nicht. Zudem kann man mit der Seefahrerstadt selbst schon einen Eintrag füllen.

Siehst Du es schon vor Dir das Meer und seine Wellen, der blaue Himmel mit vereinzelten kleinen Wolken und der Charme Italiens?

Santa Margherita Ligure

Der Hafenort liegt am Küstenabschnitt Riviera di Levante. Einheimische nennen die kleine Stadt auch einfach Santa. Die Perle von Tigullien, wie sie auch gerne betitelt wird, ist ein wahrer italienischer Ort. Ich selbst lernte ab dem ersten Besuch seinen Mix aus typisch traditionellem altem Italien und elegant chicer Aufmachung schätzen. Der antike Tante-Emma-Laden an der Ecke ist genauso vorzufinden wie eine kleine Boutique für ausgefallene Badehosen. Orte wie Rapallo sind immer noch als Nobelort in vielen Köpfen, aber davon ist nur noch anhand der Edelherbergen und einem kleinen Kern etwas zu ahnen. Unter Kennern ist Santa schon länger ein Begriff.

Falls das Hotel kein Frühstück anbietet, hat es genug Bars in der Nähe des Wassers oder in den beiden Hauptgassen, um klassisch italienisch einen Espresso oder Cappuccino und eine Brioche oder ein gefülltes Cornetto zu geniessen. Dabei kann man die angenehme Morgenluft geniessen, den Einheimischen und ersten Touristen zuschauen oder Zeitung lesen. Ach so müsste doch immer ein Tag beginnen ...

Gasse in Santa Margherita Ligure

Erholungsbedürftige haben etwa 10 "Hausstrände" zur Verfügung. Sie sie sind relativ klein und mit ihren Badehäuschen sehr hübsch anzuschauen. Durch die farbliche und gestalterische Abtrennung der jeweiligen Bagni, fühlt es sich definitiv nicht an wie z.B. an einem Kilometerlangen Strand in Rimini. 2 Badeabschnitte liegen sehr zentral und ermöglichen so einem auch am Mittag einen Rundgang durch den Ort zu machen, oder essen zu gehen. Wer kein Geld ausgeben möchte, und auf das Bagni-Feeling verzichten kann, findet hier auch einen kostenlosen Strandabschnitt. Am Mittag bieten die Strandbesitzer kleine Speisekarten an. Die Nonna hilft da gerne noch aus, oder steht selbst am Herd. Es gibt z.B. Tintenfisch-, Thunfischsalat oder Thunfisch und Kartoffeln. Kleine günstige und sehr leckere Gerichte. Ich war letzten Sommer etwa 3 Mal am Strand und jeweils im Central Bagni.

Eingang Bagni Vicini

Am Abend herrscht kein "Ramba-Zamba", aber das wünscht sich ein Gast da auch nicht. Er sucht gediegene, aber dennoch ausgelassene echte Italianità. Die schönen Häuserfronten im Zentrum und an der Meerpromenade laden zum Flanieren, Eis essen und gediegenen Nachtessen ein. Einige Restaurants und Antipasti-Bars machen erst gegen den Abend auf. Ein spezielles Erlebnis ist beim Yachthafen das Restaurant Skipper, das zusätzlich einen Essbereich auf einem Floss anbietet. Wer was ganz schickes der gehobeneren Klasse sucht, wo endlich das beste Hemd oder neu gekaufte Kleid ausgeführt werden kann, sollte ins Ristorante Antonio gehen. Frühzeitiges Reservieren lohnt sich. Ansonsten kann man nicht mehr draussen im Hof essen. Das Personal ist zuvorkommend und stilsicher, das Essen ausgezeichnet (auch glutenfreie Teigwaren vorhanden) und die Preise dennoch fair.

Nach neusten Kenntnissen ist Kolumbus in Genua geboren. Das sagte er auch selbst in Briefen. Andere meinen zu wissen, dass er aus Savona kommt. Santa Margherita Ligure hat zu seinen Ehren eine Statue an der Meerpromenade aufgestellt und präsentiert seine Version der Wahrheit – der grosse italienische Seefahrer und Entdecker Amerikas ist hier geboren. Es reicht, dass man weiss, dass er aus der Republik Genua kommt. Was nun stimmt ist ja zweitrangig. Ob war oder nicht, auch hier kann man immer noch ein wenig Entdeckerluft spüren.

Im Hintergrund das Restaurant Skipper mit schwimmender Terrasse

Hotel La Vela

Es ist immer eine Frage der Erwartungen und Schwerpunkte, die man setzt. Ganz im Zentrum und am Wasser entlang, kosten die Hotels nicht unbedingt wenig. Gerade dann, wenn man etwas Hübsches sucht. Als ich vor einigen Jahren das letzte Mal auf einer Kreuzfahrt war, musste ich in Savona an Bord gehen. Ich wollte schon 1 Tag früher anreisen und ein wenig die Gegend erkunden. Dabei stiess ich auf Santa Margherita Ligure und das Hotel La Vela (englisch/italienisch). Die Unterkunft liegt leicht erhöht und offenbart einem eine fantastische Sicht auf das Meer. Ich würde sagen, kein Hotel im Ort hat solch ein Panorama, das Gänsehaut hervorruft. Das 3* Hotel ist eine ehemalige Ritterresidenz und sieht von aussen wie eine kleine Burg aus. Man kann auch ein mit Zinnen besetzter Turm besteigen und erhält dadurch noch einen spektakuläreren Ausblick. Dass genau da gebaut wurde, ist spätesten da offensichtlich. Du wirst definitiv jeden Morgen mit einem Lächeln aufwachen.

Im Erdgeschoss befindet sich nebst der Reception/Büro die Lobby, bestehend aus grossem Kamin, mittelalterlicher Ausstattung und der Treppe nach oben, auch der Frühstücksraum und eine Suite mit herrlichem Balkon. An den Wänden des Frühstücksraums hängen Bilder und Zeichnungen alter Segelschiffe. Während man Tagträume von Abenteuern hat, kann der Blick durch die Fenster über das Meer schweifen. Das Angebot ist abwechslungsreich und für Personen mit Gluten- und/oder Laktoseintoleranz ist das Personal vorbereitet.

Hotel La Vela

Bei meinem ersten Besuch, vor einigen Jahren, hatte ich ein Zimmer im 1. Stock mit einem seitlichen Ausblick aufs Meer. Der Raum war grosszügig, hatte einen Holzboden und schöne weiss gestrichene Möbel mit feinen goldenen Elementen. Wenn man erwähnt, dass man Geburtstag hat, steht auch eine gekühlte Flasche Sekt bereit. Dieses Mal war anscheinend alles belegt und es stand nur noch die Suite (grosses Zimmer) im Erdgeschoss frei. Dagegen wehrte ich mich klarerweise nicht. Die grosse Terrasse da ist der Wahn. Wenn man vom Zimmer nach draussen geht, fühlt man sich wie ein Lord/eine Lady in einer vergangenen Zeit. Von da kann man gut auf seine Untertanen hinunterschauen ...

Die Strasse vom Zentrum schlängelt sich geschwungen den Hügel hinauf und am Hotel la Vela vorbei. Hingegen Fussgänger können über Treppen und kleine Wege relativ schnell die Fussgängerzone erreichen. Der Weg auf dem Gelände des Hotels ist steil und ebenfalls Schlangenförmig. Mit ein wenig Geschick lenkt man aber das Auto ohne Probleme zum Gebäude hinauf. Gleich vor dem Eingang befinden sich auch Parkplätze. Der Platz ist zwar begrenzt, aber bis jetzt hat es immer geklappt. Der kleine Park des Hauses ist ebenfalls sehr schmuck und mediterran.

Lobby – Typische Architektur eines Ritterhauses (Wohnhalle und seitlich angelegte Treppe in die Schlafgemächer)

Paraggi

Der grösste Teil von Paraggi besteht aus dem Strand, der Baia Paraggi. Rundherum gibt es ein paar Häuser und Hotels. Je nach Wetter und Sonneneinstrahlung leuchtet das Wasser in der Bucht smaragdgrün. Ausser einem sehr kleinen Flecken ist der Strand in privaten Händen. Man kann zwischen drei verschiedenen Bagni wählen. Keines von ihnen ist billig. Es ist mit Tageskosten für einen Liegestuhl, Schirm und Badetuch zwischen EUR 40 und EUR 70 zu rechnen. Ob es sich lohnt muss jeder für sich entscheiden. Ich hatte leider den miesesten Tag ausgewählt. Es war bewölkt und regnete sogar zwischendurch. Mit der Zeit war ich alleine unter dem Schirm, bis auch das nicht mehr ging. Die meisten Badegäste scheinen aus Portofino oder einem Hotel hinter dem Strand zu kommen. Man erreicht Paraggi mit dem Bus, der nach Portofino fährt, per Fahrrad oder auch zu Fuss. Gut zu wissen ist, dass es nicht wirklich einen Bürgersteig hat – immer Augen offenhalten!

Via Paraggi a mare

Die Via Paraggi a mare ist ein kleines hübschen Gässchen zwischen dem Strand und den wenigen Häusern des winzigen Ortes. Wenn man aus der Richtung von Santa Margherita Ligure kommt, ist gleich zu Beginn des Weges die Langosteria Paraggi. Nebst dem Restaurant auf der rechten Seite, hat es auch eine Bar und einen offenen Bereich gleich beim Strand. Freunde von Fisch, Hummer, Krabben und Austern sowie maritim-nordländischem Feeling und Design werden hier zum Zug kommen – zu hohen Preisen. Ein Gebäude weiter steht das Eight Hotel Paraggi. Es ist ein erstklassiges 5* Boutique-Hotel mit Strandzugang und auch doppelstöckiger Suite mit Whirlpool und Kinoerlebnis auf der Terrasse.

Langosteria Paraggi

Portofino

"I found my love in Portofino, perché nei sogni credo ancor ..." singt Andrea Bocelli, begleitet von David Foster am Klavier, vor der traumhaften Kulisse des kleinen Nobel-Fischerortes. Kein Song könnte passender sein, denn wenn man nicht seine Liebe in Portofino findet, dann findet man zumindest seine Liebe mit Portofino. Das kleine pastellfarbene Dorf besteht hauptsächlich aus einer kopfsteinpflasternen Piazza und auf der einen Seite Ankerplätze für Super-Yachten und der anderen Seite edlen Boutiquen. Dazwischen gibt es einige hübsche Fischrestaurants. Auf den ersten Blick wirken sie noch einfach und traditionell. Nach einem zweiten Blick stellt man fest, dass hier auch Design und die "Nobilità" Einzug gefunden haben. Die Preise für die Gerichte liegen zwischen moderat und teuer. Es lohnt sich aber nur schon wegen der Atmosphäre. Man sitzt zwischen Briten, Amerikanern, Niederländern, Deutschen, Franzosen und Italienern – es ist international. Während man ein Glas Wein und leckeren Fisch geniesst, kann man über Fischerboote und Yachten auf die beleuchtete Szenerie schauen. Ich war in der Taverna del Marinaio, genoss guten Service und feinen Fisch mit schmackhaftem italienischem Gemüse als Beilage.

Ein Restaurant am Wasser

Was nebst dem Flanieren auf der Calata Marconi, dem kleinen Abschnitt am Wasser entlang, nicht fehlen darf, ist ein Drink zum Apéro oder als Verdauer. Eine Empfehlung ist die Wine Bar Jolly, da sieht es von der Bestuhlung wie auf einem Segelschiff aus. Zu den flüssigen Köstlichkeiten gibt es, wie so oft in Italien, reichlich Snacks wie Chips, Erdnüsse, Gemüse zum Dippen, Grissini usw. ... Hier und generell in Portofino ist die Chance gross jemanden prominenten vor die Augen zu bekommen. Von der Bar aus sah ich schon wie ein jüngeres Paar und ihr Sohn von der zu dieser Zeit grössten Barke aufs Festland gingen. Kurze Zeit später setzten sie sich unweit von mir hin. Ihr (schönes) Gesicht kam mir aus dem italienischen TV bekannt vor, aber möglicherweise war er der mit dem grossen Geld. Anscheinend waren sie gefährdete Personen. Ein paar Schritte weiter standen zwei Bodyguards. In diesem Fall schienen sie beide aus einem Hollywoodfilm zu entspringen – sie sahen eben so aus, wie man es sich aus Klischees vorstellt. Bevor sich die Familie zum Restaurant begab, kamen noch 2 oder 3 weitere Sicherheitsleute von Bord und checkten die wenigen Seitenstrassen ab und positionierten sich verteilt auf der Piazza. Ich weiss nicht ob die meisten Gäste an solche Szenen gewöhnt sind, dies nicht interessiert oder eben auch nur aus dem Augenwinkel hinüberspähten. Zumindest schien es so, als ob nur ich Augen für dieses "Schauspiel" hätte. Aber manchmal ist das auch nur die eigene verfälschte Wahrnehmung.

Sicht zur Calata Marconi mit edlen Shops und hübschen Bars

Hoch oben wachend über Portofino, steht das Castello Brown. Es ist heute ein Museum. Im 15. Jahrhundert wurde es als Wachposten genutzt. Auf der Halbinsel stehen Anwesen mitten im Grünen und zu forderst an der Spitze ein Leuchtturm mit Aussichtsplattform. Unweit der Piazzetta steht die Chiesa di San Giorgio und die Aussichtsplattform Terrazza San Giorgio (Heiliger Georg). Von da aus hat man freie Sicht auf das weite endlos scheinende Meer.

Und hast auch Du in/mit Portofino Deine Liebe gefunden?

Castello Brown

Unesco-Weltkulturerbe Cinque Terre

Monterosso al Mare

Nach einer Autofahrt von 1h 15 min. erreicht man aus Santa Margherita Ligure Monterosso al Mare, den ersten und grössten Ort der Cinque Terre. Die 5 Ortschaften sind in den Parco Nazionale delle Cinque Terre eingebunden. Jedes der Dörfer hat seinen eigenen Charakter, auch wenn durch die pastellfarbenen Häuser alles auf den ersten Blick gleich aussieht.

Monterosso ist alleine schon durch seine Grösse und Einfachheit in Sachen Parkieren für auswärtige Gäste am Belebtesten. Das italienische Dorf wird durch einen ins Meer fallenden Felsvorsprung in zwei Teile getrennt. Vom Meer aus gesehen ist auf der linken Seite ein Strand, der einzige der Cinque Terre. Dort kann man auch im Wasser gut Schnorcheln gehen und sieht hier und da kleine Fischschwärme. Oberhalb des Strandabschnittes verläuft die Meerpromenade, gesäumt von Oleanderbäumen, mit Snackbars, Restaurants, Gelaterie, dem Bahnhof und Wohnungen zum Mieten.

Sicht auf den Strand

Um auf die andere Seite des Felsen zu gelangen, gibt es einen Tunnel oder einen Spazierweg rundherum von welchem man hinauf zum Convento Frati Cappuccini, erbaut 1619, gelangt. An der Spitze des Zipfels befinden sich zwei exklusive Adressen zum Essen. Das Torre Aurora liegt an und um einen Turm, hat ein wahnsinniges Panorama und schöne Einrichtung. Die Speisekarte und Portionen sind sehr klein und recht ausgefallen. Hat man einen grossen Hunger, fällt auch die Rechnung dementsprechend aus. Will man etwas spezielles zu humaneren Preisen, kann ich L'Ancora della Tortuga wärmstens empfehlen. Es ist nebenan und bietet ebenfalls eine wunderbare Sicht auf das Meer. Das Personal ist höflich und der Fisch ausgezeichnet.

Kleiner Innenhof in der Altstadt

Am Abend hat man eine grosse Auswahl an hübschen Restaurants in den kleinen engen Gassen der Altstadt. Das Licht der Lampen kreiert eine wunderbare und gemütliche Stimmung. Spaghetti al Pesto ist das Leibgericht Liguriens und wurde hier perfektioniert. Ich bin kein Pesto-Fan, aber im Ristorante Ciak hat es mir sehr gemundet. Also los in ein Speiselokal und Pesto-Teigwaren essen gehen! Hast Du Lust auf ein spezielles Sandwich und einen guten Wein, dann besuch die Enoteca Internazionale. Die bieten auch selbstgemachte glutenfreie Brötchen an. Kein Alkohol? Dann passt ein Chinotto, ein Süssgetränk aus dem Saft der Chinottofrucht. Es schmeckt (leicht) bitter und gleicht von der Farbe her einer Cola.

In kleinen Delikatessenläden findest Du die perfekten Mitbringsel wie Konfitüre aus Zitronen, Salz gemixt mit Kräutern aus der Region, lokale Weine und Schnäpse.

Monterosso al Mare ist der perfekte Ausgangsort, um die Cinque Terre zu erkunden.

Sonnenuntergang über dem Hausstrand

Vernazza

Um die Erkundung der Gegend zu starten, kann man den Zug oder ein Schiff besteigen. Die zweite Variante ist sicher die abenteuerlichere. Vernazza, das zweitnördlichste Dorf der Cinque Terre gehört der privaten Vereinigung " I borghi più belli d’Italia" (Die schönsten Orte Italiens) an. Das noch erhaltene Fischerdorf erlitt 2011 durch heftige Regenfälle und eine Überflutung grosse Schäden an den Fassaden der Gebäude.

Hauptgasse

Am Wasser liegt eine kleine Piazza mit Restaurants. Von da verläuft eine Hauptgasse bis zum Bahnhof hinauf. Links neben der Zugbrücke befindet sich eine unscheinbare Treppe. Über sie gelangt man hinauf in eine enge alte Gasse, die es lohnt zu durchlaufen.

Wenn Du mit dem Schiff unterwegs bist, immer die Abfahrtszeiten im Hinterkopf behalten. Je nachdem wann Du am Morgen gestartet bist, kann es ein straffer Zeitplan sein. Um eine gewisse Uhrzeit gibt es eine Fahrpause, perfekt um Mittag zu essen, oder Dein Lieblingsort länger zu erkunden.

Sicht hinunter auf Vernazza

Kleine enge Nebengasse

Corniglia

Corniglia ist das einzige Dorf der Cinque Terre, das nicht direkt am Meer liegt. Deshalb haltet das Schiff auch nicht. Es ist nur per Zug und Auto zu erreichen. Ich habe es deshalb nur vom Wasser aus gesehen und kann nichts über den 250 Einwohner Ort berichten.

Sicht vom Schiff

Manarola

Die Kirche San Lorenzo geht auf das Jahr 1160 zurück und könnte ein Indiz dafür sein, dass Manarola der älteste Ort der Cinque Terre ist. Hinter einem Felsen steigt man von Bord und wird Schritt um Schritt neugieriger. Bevor man eine Treppe zum Dorf in Angriff nimmt, hat man zu seiner Linken einen natürlichen Pool, wo hauptsächlich Fischerboote hineingelassen werden. Denn durch die Wellen könnte es zu gefährlich sein zum Schwimmen. Hier findet man keine Piazzetta am Wasser. Die Freifläche, die mit ein wenig Fantasie als Platz eingestuft werden könnte, ist mit Fischerbooten belegt. Aber gerade sie erzeugen den speziellen Charme von Manarola. Alles wirkt alt und ursprünglich. Ich fand, dass es die perfekte Kulisse für einen Krimi oder eine Romanverfilmung ist. Geschmeidig schlängelt sich die Hauptgasse hinauf zur Kirche und zu den Autoparkplätzen. Die meisten Restaurants befinden sich am Anfang der Strasse.

In Manarola startet la via dell' amore – genauer gesagt, startete. Durch herabgefallenes Geröll und eine stetig bestehende akute Gefahr, ist der fantastische Wanderweg leider weiterhin geschlossen.

Hauptgasse

Chiesa San Lorenzo

Riomaggiore

Die letzte Ortschaft im Bunde ist wahrscheinlich die Fotogenste. Schon vom Boot aus gelingen traumhafte postkartenwürdige Bilder. Der abfallende Platz am Wasser dient der Lagerung der Fischerboote und nicht Restaurants. Dadurch wirkt auch dieser Ort nicht touristisch. Zumindest dann, wenn man die Massen an Menschen ausblendet oder im Winter Riomaggiore besucht. Ein Restaurant fand aber dann doch noch auf Stelzen Platz für ein paar Tische. Ein wenig weiter oben befindet sich eine Treppe, die durch ein Gebäude (mit einer Aussichtsplattform) in den Hauptteil von Riomaggiore führt. Da findest Du sicher ein passendes Lokal, um den Hunger zu stillen. Meine Empfehlung ist das Ristorante Il Grottino. Es sprach mich schon wegen der schlichten aber hübschen Bestuhlung im Pavillon an. Im Innern sieht es aus, wie der Name schon sagt, wie in einer Grotte oder auch einem Weinkeller. Es gibt leckere Antipasti, Teigwaren Fisch und Fisch, Tintenfisch und Scampi vom Grill. Letzteres bestellte ich und war nicht nur sehr lecker, sondern war auch ein Hingkucker vom Servieren her (siehe unten 3. Bild).

Hauptgasse

Beliebtester Hotspot für Fotos mit Personen darauf

Gaumenschmaus

La Spezia

Das Zentrum der Stadt La Spezia kann ich gar nicht empfehlen. Es ist das unattraktivste, das ich in Italien je gesehen habe. Auch die Läden bieten nicht das an, was man sich im Land der Mode vorstellt. Je näher man dem Wasser kommt, desto schöner werden die Gebäude und man meint an einem anderen Ort zu sein. Zwischen der schönsten Strasse und dem Ufer befindet sich ein schöner Park. Die Hauptattraktionen liegen aber am Meer. Dort befindet sich ein grosser Hafen für zivile Schifffahrt und eine Ecke für Militärschiffe. Über eine moderne weise Brücke gelangt man auf eine künstlich angelegte Insel, welche ein Hotel mit Pool (auch für Gäste, die nur für ein paar Stunden ankern) und ein maritimes Restaurant beherbergt. Rundherum hat es etliche Anlegestege und unzählige kleine und grosse Yachten zum Bestaunen. Gleich neben der Brücke, an Land, hat es eine lange palmengesäumte Allee. Ich habe schon selten so viele grosse prächtige Palmen auf einem Haufen gesehen.

Arkaden in Meeresnähe

Wer gerne Schiffsmodelle, alte Seekarten, nautische Gerätschaften und Galionsfiguren anschaut, ist im Marinetechnikmuseum Museo tecnico navale gut aufgehoben. Es liegt direkt neben dem Militärhafen.

Geheimtipp: Ebenfalls in derselben Ecke wie die Brücke steht ein unscheinbarer Pavillon. Er fällt vor allem ins Auge, weil während seinen kurzen Öffnungszeiten draussen eine riesige laufend nachwachsende Schlange steht. Das Selbstbedienungsrestaurant Dai Pescatori hat eine ausladende Theke mit etlichen Fischkreationen. Die Fische werden täglich frisch gefischt und hier zu Köstlichkeiten verarbeitet. Es kommen nur natürliche Zutaten in die Speisen. Deshalb sind viele Gerichte auch für Personen mit Unverträglichkeiten geeignet. Es gibt Spaghetti mit Muscheln, Tintenfisch oder dem Fisch des Tages, Eintöpfe mit Kartoffeln, langen Bohnen, Auberginen und mehrere täglich wechselnde Gerichte. Wenn ich in Ligurien bin, würde ich nur wegen dem Essen nach La Spezia fahren. Jeder Biss war zum Dahinschmelzen.

Anlegestellen auf der künstlichen Yacht-Insel Porto Mirabello

Model für Fischernetze (ja ja, auch diese müssen beworben werden ;-) )

Porto Venere

Porto Venere gehört nicht mehr zur Cinque Terre, könnte aber vom Aussehen her gut dazu passen. Dahin gelangt man mit dem Schiff, welches zu gewissen Zeiten auch dort Halt macht, oder mit dem Bus aus La Spezia. Wenn man an einem Tag per Schiff 3 oder 4 Dörfer der Cinque Terre besucht, ist es von der Zeit her sehr knapp für auch noch Porto Venere. Ich genoss es, genug Zeit zu haben, um in La Spezia zu Mittag essen und den Nachmittag in Porto Venere verbringen zu können.

Die kleine Altstadtgasse mit ihren Laternen hat etwas von einem Piratendorf

Der schmucke verträumte und dennoch schicke Ort besitzt eine lange Promenade zum Flanieren die bis zur Chiesa di San Pietro geht, eine kleine pittoreske Altstadtgasse, ein paar Bagni zum Schwimmen gehen und eine vorgelagerte Insel, welche nur per (Taxi-) Boot zu erreichen ist.

Die Insel ist ein Naturschutzgebiet und bietet zusätzlich weitere kleine Strände zum Baden und relaxen an. Ich selbst war nicht darauf und kann deshalb kein Urteil abgeben.Die Locanda Lorena scheint mir einen guten Eindruck zu machen und könnte eine gute Adresse sein für einen leckeren Mittagstisch aus Fisch, Krabben und Spaghetti alle Vongole.

Chiesa di San Pietro

Porto Venere vom Schiff aus

Ich hoffe der Eintrag über Ligurien gab ein paar Einblicke in diese fantastische Gegend und macht Laune auf eine Reise dahin. Gerne kannst Du einen Kommentar hinterlassen. Würde mich über ein Feedback und auch weitere Tipps freuen.

Noch mehr Impressionen zu Ausflügen und Reisen findest Du unter Bilder.

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